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Affordable Living

Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das immer noch für viele Menschen in allen Regionen der Welt nicht oder nur unzureichend gedeckt wird. Architektur und Städtebau können einen Beitrag leisten, neue Lösungsansätze zu finden, um das Angebot von Wohnraum für alle sicherzustellen.

Die Herausforderung für erschwingliches Wohnen besteht darin, die Kosten und den resultierenden Wohnwert in ein optimales Verhältnis zu setzen. Der Weg dahin ist von vielen lokalen Parametern, kulturellen Prägungen und politischer Durchsetzungskraft abhängig. Vor diesem Hintergrund werden in dem Buch nicht nur theoretische Ansätze vorgestellt, sondern am Beispiel herausragender Wohngebäude Strategien zur Schaffung von erschwinglichem Wohnraum aufgezeigt.

Eine Methodik der relativen Erfassung von Kosten-Nutzen-Analysen im Vergleich zu lokalen Durchschnittswerten macht kostensenkende Parameter sichtbar und verschiedene Projekte vergleichbar. In grafischer Aufarbeitung wird die Problematik nicht nur für Fachleute leichter zugänglich, ohne Kostenkennziffern in Detail zu begreifen.


Klaus Dömer, Hans Drexler, Joachim Schultz-Granberg: Affordable Living – Housing for Everyone, Jovis, Berlin 2014


SSS Publkikation Affordable Living Titel shade

 

Klaus Dömer, Hans Drexler, Joachim Schultz-Granberg (Hg.)
Affordable Living – Housing for Everyone
2014
Englisch
Broschur
14 x 19 cm
272 Seiten, ca. 50 farb. und 40 s/w Abb.
ISBN 978-3-86859-324-2
Jovis Verlag (vergriffen)

weitere Publikationen
Bezahlbar. Gut. Wohnen. (deutsche überarbeitete Neuauflage)
City and Wind
Atlas IBA-Hamburg

Xeritown

Xeritown ist ein nachhaltiges und gemischtes Wohnquartier in der Wüste von Dubailand, einer geplanten Erweiterung der Stadt in Richtung Hinterland. Der Name ist Programm für eine aride Stadt im Kontext des lokalen extrem trockenen und heißen Wüstenklimas am Persischen Golf. Die vorherrschenden Winde (in)formieren die Stadtstruktur. Anstatt den Ort als tabula rasa zu betrachten, reagiert der Städtebau auf die lokalen Bedingungen und reflektiert traditionelle Bauweisen.

Die bebaute Fläche wurde auf nur 50% des verfügbaren Grundstücks reduziert und bildet eine kompakte Struktur langgestreckter städtischer Inseln mit hoher Bebauungsdichte. Umgeben von einer trockenen, offenen Landschaft wird die Versiegelung der Oberfläche und die künstliche Bewässerung der Grünflächen reduziert.

Täglich wechselnde Winde überqueren das Gelände und treffen auf ein urbanes Gefüge, dass richtungsabhängig den Wind leiten kann: Tagsüber strömt die kühlere Meeresbrise durch die Quartiere hindurch, während heißer nächtlicher Wind aus der Wüste über die Gebäude hinweg geleitet wird. Die natürliche Durchlüftung wird durch eine turbulente Skyline verstärkt. Die lokale Winddynamik bestimmt die Formationen der Dünen in der Wüste und war Inspiration und Ausgangspunkt für die Form und Ausrichtung der inselförmigen Struktur, die als erstarrte Wüstendünen gesehen werden können.

Die kompakten Baufelder haben eine für traditionelle arabische Städte typische Struktur: schmale Gassen und kleine Plätze bieten Schatten und reduzieren die Auswirkungen extrem starker Sonneneinstrahlung. An der Schnittstelle zwischen Gebäuden und Landschaft bilden sich die Hauptadressen und bündeln sich die Aktivitäten. Eine Überdachung aus Photovoltaikmodulen bietet hier Schatten und Aufenthaltsqualität mit Blick in die offene Landschaft.


Masterplan nachhaltige Stadt


Programm: Brutto-Geschossfläche: 486.000 qm, Grundstück 59 ha, Wohnungen für ca. 7000 Menschen und Wohnfolgenutzungen

Auszeichnungen: Holcim Award 2008 for Sustainable Construction (Regional Acknowledgement Prize), Cityscape Architectural Awards 2008

Standort: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Jahr: 2006 / 2008

Auftraggeber: Dubai Properties, Vereinigte Arabische Emirate

Entwurfsteam: SMAQ – architecture urbanism research: Sabine Müller, Andreas Quednau mit Joachim Schultz-Granberg, Team: Therese Granberg, Ludovica Rogers, Felipe Flores, Kathrin Löer, Valle Medina, Martino Sacchi

Partner: X-Architects (Dubai), Johannes Grothaus Landscape Architects (Potsdam/Dubai), Reflexion (Zürich) Licht, Buro Happold (London) Infrastruktur und Nachhaltigkeit


 

Sustainable Masterplan Xeritown SSG plan

Lageplan

50% Landschaft

Zwei Windrichtungen

programme

infrastrukturelle Bereitstellung

 

Öffentliches Dach Solarzellen

 

 

Sustainable Masterplan Xeritown-SSG-diagram wind axonometry-t

Sustainable Masterplan Xeritown SSG sections-t

links: Querschnitt – die Proportionen der schmalen Korridore zwischen den Gebäuden leiten den Wind über die Dächer hinweg
rechts: Längsschnitt – Wind strömt zwischen die Gebäude und kühlt den öffentlichen Raum

 

 

verwandt und weiterführend
Forschungsprojekt „City and Wind“

Stadt und Wind

Der Forschungsschwerpunkt entstand als interdisziplinäres Projekt mit Architekten, Planern, Ingenieuren und Klimatologen. Die Publikation bündelt Wissen über urbane und architektonische Prototypen im Kontext Klima und identifiziert Prinzipien und gegenseitige Abhängigkeiten von Klima, Stadt und Architektur mit besonderem Blick auf Windströmungen und Durchlüftung.

Architektur wird oft als Mittel zum Schutz vor dem Klima definiert, das eine physische, aber auch psychologische Bedrohung darstellt – Architektur als hermetischer Schutz vor Regen, gegen Hitze und Wind. Eine alternative Sichtweise kann jedoch die Bedeutung und Wichtigkeit des Klimas für die Architektur aufzeigen. Klima ‚lokalisiert’ Architektur und macht sie vielschichtig, komplex und unvorhersehbar.

Klima hat Architektur seit Jahrhunderten maßgeblich beeinflusst. Orientierung, Form und Materialien waren lange Zeit die logische Folge lokaler Gegebenheiten. Dies hat die vielen verschiedenen traditionellen Architekturstile ergeben, die ihre eigenen regionalen Besonderheiten und Ressourcen haben. Beispiele dafür sind die Windtürme im Mittleren Osten oder die geringen Dachneigungen in den Alpen. Diese intelligenten architektonischen Ausdrucksformen nutzen lokale klimatologische Aspekte.

Urbanisierung und technologischer Fortschritt haben dazu geführt, dass Klima als formgebendes Instrument für die Architektur selten eine Rolle spielt. Die Publikation ist ein Aufruf, Architektur nicht nur als Mittel zum Schutz vor dem Klima zu sehen, sondern mit den Elementen Wind und Wetter kreativ zu arbeiten: We can’t change the wind, but we can set sails differently. (Aristoteles zugeschrieben)


Mareike Krautheim, Ralf Pasel, Sven Pfeiffer, Joachim Schultz-Granberg: City and Wind – Climate as an architectural Instrument, DOM Publishers, Berlin 2014

Strömungssimulation: Prof. Dr. Hans-Arno Jantzen, Hochschule Münster >>

Klimatologie: Prof. Dr. Otto Klemm, WWU Münster >>

Beratung: Prof. em. Dr. eh. Klaus Daniels (HL-Technik), Dr. Peter Mensinga (ARUP), Dr. Mohannad Bayoumi (Architekt), Christophe Barlieb (Architekt)


SSG City and Wind Titel

 

SSG City and Wind best practice

Inhalt
Im ersten Teil „EXPERIENCING THE INVISIBLE“ wird das komplexe Phänomen Wind beleuchtet: Sensorik, Kunst, Windkraft, Strömungsverhalten, Kartierungen, Schutz gegen Wind, bis hin zu Windgöttern. Die Ergebnisse fließen in die „World Map of Wind“. Im zweiten Teil „METHODS AND INSTRUMENTS“ werden analoge und digitale empirische Untersuchungen beschrieben und die kurze Geschichte über Windeffekte erzählt. Im dritten und letzten Teil „DESIGNING WITH WIND“ werden traditionelle und neue Best-Practice-Projekte systematisch untersucht:

  • Masdar City, Abu Dhabi
  • Xeritown, Dubai
  • Mangh, Pakistan
  • Badgir, Iran
  • Malquaf and Dur Qa’a, Egypt
  • Druk White School, India
  • Lyceé Charles de Gaulle, Syria
  • School Complex, Burkina Faso
  • Semiramis, Morocco
  • Space Block, Vietnam
  • Tjibaou Center, New Caledonia
  • Airtree, Spain
  • Interior Gulf Stream, France

SSG City and Wind World Map of Wind Web legend

 

Zum Booklaunch fand eine Symposienreihe in Berlin, Rotterdam und Münster statt.

SSG City and Wind Symposium Design

29.05.2014  Symposium Climate and Design
Kunsthal Rotterdam, NL @ International Architecture Biennale Rotterdam IABR 2014 – Urban by Nature

Duzan Doepel (Doepel Strijkers, Rotterdam), Peter Mensinga (ARUP, Amsterdam), Mareike Krautheim (Architect, Berlin/ Rotterdam), Ralf Pasel (TU Berlin/pasel.künzel architects, Rotterdam), Sven Pfeiffer (MSA), Joachim Schultz-Granberg (MSA)

SSG City and Wind Symposium Planning

01.07.2014  Symposium Climate and Adaptation
ANCB – Aedes Network Campus Berlin

Sanda Lenzholzer (TU Wageningen), Mareike Krautheim (Architect, Berlin/Rotterdam), Ralf Pasel (TU Berlin/pasel.künzel architects, Rotterdam), Sven Pfeiffer (MSA), Joachim Schultz-Granberg (MSA)

SSG City and Wind Symposium Adaptation

11.06.2014 Symposium Climate and Planning
Münster School of Architecture @ Stadtansichten

Klaus Daniels (HL-Technik, München / ETHZ), Eric Frijters (FABRIC, Amsterdam), Hans-Arno Jantzen (Labor für Strömungstechnik, FH Münster), Otto Klemm (Klimatologie, WWU Münster), Chris van Langen (Dean Rotterdam Academy of Architecture and Urban Design), Stadtdirektor Hartwig Schultheiss (Münster), Mareike Krautheim (Architect, Berlin/Rotterdam), Ralf Pasel (TU Berlin/pasel.künzel architects, Rotterdam), Sven Pfeiffer (MSA), Joachim Schultz-Granberg (MSA)

 

Mareike Krautheim, Ralf Pasel, Sven Pfeiffer, Joachim Schultz-Granberg
City and Wind – Climate as an Architectural Instrument
2014
Englisch
Softcover
210 × 230 mm
208 Seiten
274 Abbildungen
ISBN 978-3-86922-310-0
DOM Publishers

weitere Publikationen
Bezahlbar. Gut. Wohnen.
Affordable Living
Atlas IBA-Hamburg

Darrplatz und Melanchthonplatz

Die Altstadt Apoldas ist von einer dichten Bebauung historischer Gebäude geprägt. Neben der überwiegend geschlossenen Bebauung zeigen sich in der Stadttypologie ein Lückenschluss mit Mauern und schmale Brüche oder Lücken zwischen der geschlossenen Bebauung. Diese besonderen und ortsbildtypischen Typologien werden zur Neubesetzung von Baulücken, vor allem auch im Umfeld des Darrplatzes aufgegriffen, um Raumgrenzen wieder zu definieren und das Stadtbild zu komplettieren.

Im Umgang mit den Baulücken lassen sich bei stagnierender bzw. ungewisser Bevölkerungsentwicklung und mäßigem Nutzungdruck unterschiedliche Möglichkeiten anwenden. Je nach Erfordernis an die Neubebauung und das zur Verfügung stehende Budget. Die geschlossene Bebauung stellt den Idealzustand der Bebauung einer Baulücke dar. Die perforierte Bebauung greift stärker die vorhandenen Bautypologien mit Mauern und Lücken auf und ermöglicht Raumkanten und Straßenfluchten in einer nicht so dichten Bauweise. Die teilweise Bebauung von Baulücken erlaubt es städtebaulich wichtige Punkte und Raumfluchten in einer sehr lichten und offenen Bauweise zu besetzen. Diese Bebauungsmöglichkeiten erlauben es, je nach Bedarf eine qualitätvolle und für die Stadt wichtige städtebauliche Sanierung im Sinne der typischen städtebaulichen Grundstruktur in Apolda zu betreiben.


Ideen- und Realisierungswettbewerb, 3. Preis


Programm: Platzgestaltung und Stadtreparatur

Standort: Apolda, DE

Jahr: 2012

Ausloberin: Stadt Apolda

Team: Joachim Schultz-Granberg

Partner: bbz landschaftsarchitekten berlin


Geschlossene Bebauung

Perforierte Bebauung

Fragment

Pergola, z.B. Hopfen

Zwischennutzung

Lückenschliessung

Bespielung Fläche

Falsche Fassade

Raumstrategie Apolda SSG Lageplan

 

verwandt und weiterführend
Domhof, Vreden

Dubai Metrozone

SSG Dubai Metrozone Jaffiliya

Dubai ist als Stadt der Superlative bekannt. In rasantem Wachstum entstanden vor der Finanzkrise 2008 unzählige Immobilienprojekte, die sich expansiv entlang der Küste und in die Wüste entwickelten. 2005 entstand mit dem Bau der Metro Dubai eines der größten Infrastrukturprojekte am Persischen Golf. Dubai Metrozone untersuchte die möglichen Potenziale für zukünftige Transformationen.

Dubai ist als Hauptstadt der Superlative bekannt: Das höchste freistehende Hotel der Welt, die größten künstlichen Inseln, das größte Einkaufszentrum, der mit 828 Metern höchste Turm der Welt (Burj Khalifa) … die Stadt wächst rasant. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Einwohnerzahl versechsfacht. Es etablierte sich ein expansiver Urbanismus konkurrierender Masterpläne, die nach Einzigartigkeit auf dem Schlachtfeld ikonischer Architektur streben. Jedes Projekt ist eine für sich stehende, isolierte Themenwelt.

Als Infrastrukturprojekt bietet der Bau der Metro Dubai neue Perspektiven für alles, was zuvor getan wurde: Die Immobilienwerte werden entlang der Stationen steigen. Verdichtung und Intensivierung eröffnen Gestaltungsmöglichkeiten für neue städtische Typologien. Eine neue Art von Akteur wird erscheinen: der Fußgänger, der nicht mehr nur allein auf das Auto angewiesen ist. Vielleicht wird die Metro der Ausgangspunkt für neue Dynamiken und soziale Interaktionen in einem lebendigen offenen Raum – der Metrozone.

Die Ergebnisse wurden Teil einer spekulativen Kartierung, der 4m großen Karte „Dubai Metrozone“. Die sich entwickelnde Infrastruktur zeigt Entwicklungsoptionen für neue städtische Typologien. Im Rahmen der Internationalen Architekturbiennale Rotterdam 2009 wurde der Beitrag bei den Parallel Cases ausgestellt.


Ausstellung auf den Parallel Cases der Internationalen Architekturbiennale in Rotterdam, IABR 2009

Team: Joachim Schultz-Granberg, Alexandra Böcker, Julian Münzel, Andreas Rauch, David Serrao, Jenny Wahren, Andrea Wycisk

Partner: Rebal Knayzeh (Fotos), Adina Hempel


SSG Dubai Metrozone

SSG Stadtforschung Dubai Metrozone

 

WHEN I WAS SIX …   I fell and fractured my arm and dislocated my elbow. I was rushed to the hospital where the next thing I remember is waking up with a dry mouth and a cast on my arm. Now I boast a 14-stitch scar on my left arm. Dubai will soon boast its own scar, the result of an extensive operation that requires deep incisions, a broad cast and that hopefully heals quick enough to rectify the damage that necessitated this operation in the first place. The scar for all to see is the elevated track of the new Metro Dubai.

The streets of Dubai today are the epitome of temporary solutions, temporary diversions on its highways, temporary signage temporary traffic lights. Look a little further and you would realize that Dubai’s entire population is there on temporary basis. That may be why no one cares to leave his or her mark. There is no graffiti, no public art, there is no public civic space to begin with. (…)

The changes that we may anticipate are numerous, and the repercussions are hard to predict. No one from Le Corbusier, to Jane Jacobs, to Lewis Mumford with their diametrically opposed yet similarly western theories can predict the outcome of this “old” mode of transportation.

Will rent in the areas closest to the stations rise? Or will the inhabitants rush to quieter locations.  Will people actually use it and if they do will they accept sharing the same car with others from every rank and walk of life? Will this new “easy” mode of transportation bring the much feared, much hidden face of Dubai, the swarms of Asian laborers into the city on the weekends? This is the ultimate test of public interaction. It is easy for car drivers to pass by the many labour transportation buses on the congested highways and complain about the ogling eyes of many of the workers. Would the same people accept sharing the same bench on the train with the workers?

Rebal Knayzeh (Text und Fotodokumentation des Baus der Metro Dubai)

verwandt und weiterführend
Xeritown  Masterplan in Dubai

Guxhagen

Die ehemalige Klosteranlage Breitenau ist das über Jahrhunderte gewachsene Resultat von An- und Umbauten, Abrissen und baulichen Ergänzungen – eine Geschichte voller Brüche. Kontinuierlich sind die Diskontinuitäten mit einer beeindruckenden räumlichen Vielfalt und landschaftlichem Reiz. Nun soll das Kloster Breitenau als Wohnquartier geöffnet werden: Die vorgeschlagenen Bau- und Umnutzungsmaßnahmen bilden ein Gefüge öffentlicher Freiräume und privater Rückzugsorte für ein inklusives Miteinander verschiedener NutzerInnen.

Benediktinerkloster, Arbeitshaus, Konzentrationslager, Gestapolager, Mädchenheim, Gedenkstätte – wie kann die räumliche Struktur dieses Bauensembles für zeitgemäße Wohnformen qualifiziert werden, ohne die öffentliche Nutzung als Gedenkstätte und Tagungsort zu kompromittieren?

Die bestehenden Gebäude, Höfe, Türme, Treppen, Mauern und Wege sind die geschichtlichen „Ablagerungen menschlicher Mühen“ unter verschiedenen Vorzeichen und Ideologien. Ein „Aufräumen“ im Sinne geometrischer Strenge und aufgesetzter Ordnung wäre der falsche Weg, denn die zufällig wirkende, oft versetzte, verdrehte und scheinbar ungeordnete Anordnung der Baukörper macht den Reiz und die Qualität der Klosteranlage aus. Der Masterplan bietet die Chance, das Bauensemble für gemischte Wohnformen und öffentliches Leben der Besucherströme zu öffnen. Die Parallelität von Wohnen und die Pflege der wechselvollen Geschichte des Ortes macht Gedenken zum Teil des Alltags und die Geschichte anschaulich.


Ideenwettbewerb Masterplanung Guxhagen-Breitenau


Programm: Weiterentwicklung der Gedenkstätte Kloster Breitenau als Wohnort, ca. 8 ha

Standort: Guxhagen, DE

Jahr: 2018

Auslober: Vitos-Kurhessen

Team: Joachim Schultz-Granberg, Therese Granberg, Daniel Heuermann


Eingangspavillon

Wohnquartier

Tempelhof

SSG Tempelhof Prozessuale Entwicklung Perspective

Der Volksentscheid am 25. Mai 2014 verhindert den Bau von Gebäuden auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, aber auch die Gestaltung der fehlenden Vernetzung des Gebietes mit den umliegenden Quartieren. Dieses Projekt war ein Beitrag im Wettbewerb Parklandschaft 2010 und entwickelte strategische Instrumente zur Prozessgestaltung für landschaftliche und urbane Qualitäten in Harmonie mit temporären Aktionen. Zum Zeitpunkt des Wettbewerbs war der Entwicklungsdruck in Berlin moderat.

Die über Jahrzehnte gebildeten Rückseiten, Restflächen und urbanen Versatzstücke des Randes vom ehemaligen Flugfeld sind das ungewollte Erbe der bekannten Marke „Flughafen Tempelhof“. Wenn es um die Entfaltung der Potenziale der eindrucksvollen Freifläche geht, dann kann dies über die Entwicklung und Vernetzung des Randes mit der bestehenden Stadt erreicht werden.

Ein am Kontext orientierter Schleifenweg durchwebt den Freiraum und verflechtet den bestehenden Rundweg mit den anliegenden Quartieren und der inneren Parklandschaft. Als landschaftlicher Rahmen schafft ein Waldsaum die gestalterische Stabilität für die zukünftige Entwicklung des gesamten Areals. Er nimmt Funktionen und Aktivitäten durch Flächenvorhaltungen auf und integriert diese als natürliche oder später urbane Lichtungen, je nach Nachfrage und Aktivitätsgrad. Als räumliches Grundgerüst wird der Wald als vegetabiler Hintergrund zum prozessualen Motor für das Tempelhofer Feld von morgen. So wird die historische Ebene mit einer zeitgenössischen Schicht überlagert, die sich verändern kann, und den zukünftigen variablen und unterschiedlichen Ansprüchen einer modernen Parklandschaft gerecht werden kann.


Landschaftsplanerischer Wettbewerb


Programm: Nachnutzung des 384 ha großen Flugfeldes Tempelhof als urbane Parklandschaft und Entwicklung eines Regelwerks prozessualer Strategien

Auslober: Land Berlin

Standort: Berlin-Tempelhof, DE

Jahr: 2010

Team: Joachim Schultz-Granberg, Felix Büttner, Philipp Quack

Partner: Hager Landschaft


SSG Tempelhof Prozessuale Entwicklung Nutzungsplan

SSG Tempelhof Prozessuale Entwicklung Prozesstool

 

Lindau

Auf dem Bereich des ehemaligen Seeparkplatzes P5 entsteht ein neues Wohnquartier. In seiner Grundstruktur bildet es die mittelalterliche Parzellierung ab. Die Wohnstraßen werden als Shared Space ausgeführt. Im Zentrum des Quartiers befindet sich ein baumbestandener Platz mit einem Brunnen. Durch eine Überhöhung im Vergleich zu den Wohnstraßen bieten die wohnungsbezogenen Freiflächen in den Innenhöfen Ruhe und Privatsphäre.

Der Grundtypus ist ein raumbildender Block und besteht aus Sockel, Gebäudekubaturen, Wohnhof und Festlegungen zur Dachform gemäß Gestaltungssatzung Lindau. Dies sind die Zutaten für das typologische Rezept, die je nach Situation dosiert werden können: Höhen, Größen, und die Form der Bausteine passen sich den jeweiligen Situationen an. In der Mitte des Sockels bildet sich ein Hof durch die umgebenden Gebäudekubaturen. Je nach Höhe des Sockels entsteht ein Bereich für die Gemeinschaft, der von den Touristenströmen abgeschirmt ist: Treffen, Aufhalten, Begegnen, Freizeit.


Realisierungswettbewerb Hintere Insel Lindau, Anerkennung


Programm: Gartenschau, Wohnen und Wohnfolgenutzungen, ca. 8 ha

Ausloberin: Stadt Lindau

Standort: Lindau am Bodensee, DE

Jahr: 2016

Team: Therese Granberg, Joachim Schultz-Granberg, Tobias Grothues, Simon Wienk-Borgert

Partner: bbz landschaftsarchitekten berlin


 

 

Bahnhofsplatz

Uferpromenade

 

 

Bahnhofsareal

Geneigte Ebenen nördlich und südlich des Bahnhofs ersetzen weitgehend den bestehenden engen Fußgängertunnel und verknüpfen die durch die Bahntrasse getrennten Stadtteile.

Im Norden bildet der Bahnhofsvorplatz das Foyer der Stadt, der auf seiner Längsseite von einer großzügigen und nach Süden ausgerichteten Treppenanlage begleitet wird. Südlich überwindet ein in Terrassen angelegter Bahnhofsgarten den großen Höhenunterschied zum angrenzenden Quartier und lädt zum Verweilen ein.

Der neue Verlauf der nördlich gelegenen Bahnhofstraße verbreitert einen bisher nicht nutzbaren Reststreifen, so dass bebaubare Grundstücke entstehen. Auf der steilen Hanglage liegen Terrassenhäuser mit Blick ins Neckartal. Gleichzeitig bündelt die Verlegung der Straße die Schallemissionen von Bahn- und Straßenverkehr und unterstützt durch den Verkauf stadteigener Grundstücke die Finanzierung des Vorhabens.

Mit minimalem Kostenaufwand werden in der ersten Phase Sofortmaßnahmen vorgeschlagen, die temporäre Programme aufnehmen und den bevorstehenden Stadtumbau zeichenhaft markieren: vorhandene Obstbäume in den Vorgärten werden ergänzt durch Neupflanzungen im öffentlichen Raum, ausrangierte Waggons der Bahn nehmen „rollende Programme“ auf und eigens für das Areal entwickelte Stadtmöbel sorgen für Beleuchtung, Information und Orientierung.


Mehrfachbeauftragung Stadtumbau, 1. Preis


Programm: Gestaltung des Zugangs zum Bahnhof und Masterplan des ca. 18 ha großen Bahnhofsumfeldes

Teil der Ausstellung Realstadt – Wünsche als Wirklichkeit Berlin 2010

Standort: Freiberg am Neckar, DE

Jahr: 2009

Ausloberin: Stadt Freiberg a. N.

Team: Joachim Schultz-Granberg

Partner: Kubeneck Architekten


 

Masterplan Freiberg Schnitt WEST

 

Phase 01: Sofortmaßnahmen

Phase 02: Mittelfristige Planung

Phase 03: Perspektivische Neuordnung

 

Masterplan Freiberg SSG

 

weiterführend und verwandt
Domhof, Vreden

Atlas IBA Hamburg

In Karten manifestiert sich das Wissen und die Vorstellung der Zeit vom Raum. Karl Schlögel, 2006

„Lange waren die Hamburger Elbinseln zwischen Veddel, Wilhelmsburg und dem Harburger Binnenhafen im Bewusstsein der Hamburger kaum präsent. Ihre Potenziale als innerstädtisch gelegene Wohngebiete, als Orte mit einer äußerst spannungsreichen Stadtlandschaft zwischen Hafen, Stadt, Dorf und Landschaft wurden kaum wahrgenommen.

Mit der 2006 gestarteten IBA Hamburg hat dieses Bild bereits begonnen, sich zu wandeln. Bis 2013 wird die Bauausstellung mit unterschiedlichsten baulichen und stadtpolitischen Projekten zeigen, welche Potenziale solche innerstädtischen Stadtrandzonen – wir nennen sie „Metrozonen“ – haben. Hier ist Vielfalt das Thema: die Vielfalt der „Kosmopolis“, ihrer Orte, Atmosphären, Milieus und Kulturen. Sie ist das, was unsere Metropolen starkmacht, sie gilt es zu kultivieren. Dabei muss auch nach Lösungen gesucht werden, wie die Dynamik solcher Orte umweltgerecht entwickelt werden kann.

Dieser Atlas ist ein wichtiger Wegweiser für die Zukunft der Elbinseln, für die Suche nach Lösungen für die Metropole von morgen. Wie jeder Atlas gibt er ein differenziertes Bild der Gegenwart und Geschichte wieder. Es schwingt aber auch das Kommende, das Mögliche in ihm, die Potentiale eines faszinierenden Stücks Stadt. Lassen auch Sie sich zu einem anderen Blick auf die Metropole verführen!“ Uli Hellweg, Geschäftsführer IBA-Hamburg GmbH, Frühjahr 2008


Joachim Schultz-Granberg, Jorg Sieweke: Atlas IBA Hamburg – Wilhelmsburg neu vermessen  Braun, Berlin 2008 >>


Atlas IBA Hamburg Stadtforschung

 

 

Joachim Schultz-Granberg, Jorg Sieweke
Atlas IBA Hamburg – Wilhelmsburg neu vermessen
2008
Deutsch, Englisch
Hardcover
31.7 x 24 cm
144 Seiten
308 Abbildungen
ISBN 978-3-938780-72-5
Verlagshaus Braun

 

weitere Publikationen
Bezahlbar. Gut. Wohnen.
City and Wind
Affordable Living